Lug und Betrug mit Lightroom – oder: grüne Blätter nachbearbeiten

Der Titel klingt vielleicht reißerischer als es dieses Tutorial möglicherweise ist. Aber immerhin beschreibt es recht ansehnlich, wie man binnen weniger Minuten in Adobe Lightroom ein Foto eines belaubten Mischwaldes in ein Herbst-Vorzeige-Bilderbuchfoto „verbessern” kann.
Vorweg: Ich bin „nur” Hobbyfotograf und habe mir Lightroom autodidakt beigebracht. Man verzeihe mir daher bitte, wenn ich manche Begriffe nicht 100% technisch korrekt anwende. Dafür kann ich dir dann was über BGP-Routing und SIP-Invites erzählen ;-)

Schritt 1: Das Ausgangsfoto

Schritt 1: Das Ausgangsfoto

Dies ist mein Ausgangsfoto für dieses Howto. Für Interessierte: Das ist im Gelpetal (ein Waldgebiet in Wuppertal-Cronenberg) entstanden.
Jedenfalls sieht das nicht besonders herbstlich aus. Generell ist es allgemein nicht so furchtbar ansehnlich.
Das werden wir jetzt ändern – achte gleich auch auf die Regler rechts im Bild!

Schritt 2: Farbton ändern

Schritt 2: Farbton ändern

Über den Farbtonregler kannst du selektiv Farben des Fotos verändern. In unserem Fall ändern wir die Farbtöne für Gelb, Orange und Grün in etwas herbstlichere Töne.
Welche Werte optimal sind hängt natürlich ganz vom Ausgangsfoto ab, wichtig ist, dass es am Ende natürlich wirkt. Mit dem Regler haben wir schonmal einen großen Teil der eigentlich noch grünlichen Blätter gelb oder sogar orange bekommen.
Zusätzlich habe ich für dieses Bild die Lichter dunkler gemacht, damit die Blätter gleichmäßig hell erscheinen, und die Tiefen abgesenkt um die Schatten der Bäume etwas hervorzuheben und diesen latenten Schleier-Effekt wegzubekommen.

Schritt 3: Luminanz und Sättigung – es wird herbstlicher!

Schritt 3: Luminanz und Sättigung

Mit der Luminanz wird die Leuchtkraft resp. Helligkeit geregelt, in der ein Farbton dargestellt wird.
Indem du den Liminanz-Regler für Grün dunkler ziehst, werden die grünen Blätter an den Bäumen dunkler dargestellt und gehen damit ein bisschen in den anderen Farben unter.
Zusätzlich kann man noch mit den Sättigungsreglern spielen, um bestimmte Farbtöne weniger intensiv erscheinen zu lassen – wie gesagt: Es kommt aufs Ausgangsmaterial an, da muss man dann einfach ein wenig an den Reglern herumspielen bis alles passt.

Schritt 4: Farbtemperatur und Belichtung

Schritt 4: Farbtemperatur und Belichtung

Das Bild ist jetzt leider immer noch relativ dunkel und wirkt eher wie eine Halloween-Kulisse. Um das zu korrigieren, kann der Belichtungs-Regler wahre Wunder wirken.
Gerade bei Fotos mit extrem vielen Details (hier die Blätter) schadet es auch nicht, den Kontrast ein wenig zu verringern, um weichere Übergänge zu bekommen.

Wem das jetzt alles noch nicht herbstlich genug war, der kann optional noch mit der Farbtemperatur herumspielen. Eine wärmere Farbe ist herbstlicher, das kann aber schnell unnatürlich wirken, wenn man es zu sehr übertreibt.
Frei nach dem alten Mythbusters-Motto „Wenn du etwas tust, dann übertreibe es auch!” habe ich mal an allen Reglern gezogen um eine Rosamunde-Pilcher-Fähige Herbstwald-Kulisse zu erzeugen.

Ich gestehe, dass mein Beispielfoto leider ein paar Schwächen hat (insbesondere oben mittig), wo die Blätter definitiv ausbrennen würden wenn man sie mit Lightroom nicht gewaltsam daran hindern würde. Aber: Jetzt weißt du, wie bei Herbstfotos gelogen und betrogen werden kann. Und wohl auch wird.

Fragen? Anregungen? Kritik?

In Ermangelung einer öffentlichen Kommentierfunktion nehme ich Kritik oder Anregungen gerne per E-Mail entgegen: feedback+lightroom@maxderdepp.de :-)

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